„TAGEBLATT-online“: Feuerzauber aus dem Eimer

150302 (1)Renee Schlutt (32) aus Buxtehude ist der Flammendoktor; auch das Kulturforum am Hafen illuminiert der Erfinder regelmäßig. Foto Vasel

BUXTEHUDE.
Renee Schlutt (32) aus Buxtehude ist der Flammendoktor: Seine Flammentöpfe sind auf vielen (Strand-)Partys an der Elbe der Renner – nicht nur im Sommer. Dass der Buxtehuder heute Kerzenreste in Massen in deutschen Fabriken aufkauft, damit war 2011 (noch) nicht zu rechnen. Angefangen hat alles mit einem Surf-Urlaub auf Fehmarn vor vier Jahren. Bevor es mit den Jungs auf die Insel ging, erfand Schlutt seinen Flammentopf.

„Ich habe schon immer gerne Kerzenreste geschmolzen – in der Bratpfanne“, sagt Renee Schlutt. Der Herr der Flammen verdient seine Brötchen als Programmierer bei Airbus. Das Wachs kippte der Erfinder „in einen Blumenkübel, als Docht diente ein einfaches Schiffstau“ – fertig war der Prototyp. „Der hat uns abends gut gewärmt“, erinnert sich Schlutt. Aus der „verrückten“ Idee wurde eine Geschäftsidee, die alte Bratpfanne hat als Produktionsmittel längst ausgedient. Heute läuft die Produktion in seiner kleinen Manufaktur im Alten Land mit einem Schmelzofen. Dieser hat einer Kapazität von rund 200 Litern. Paraffin und Kerzenreste – in den unterschiedlichsten Düften von Zitrone bis Lavendel – sind sein Rohstoff. Der Docht dient „nur“ zum Anzünden, danach brennen die Gase. Für Schlutt liegen die Vorteile seiner Erfindung auf der Hand: „Sie spendet stundenlang Wärme – ohne Dreck zu hinterlassen.“

Schließlich seien Lagerfeuer und Grillen mit Holz und Kohle am Strand ohnehin verboten. „Keiner läuft mehr Gefahr, auf noch heiße Glut im Sand zu treten“, sagt der Buxtehuder. Hinzu komme, dass der Flammentopf keine Brandflecken im Gras hinterlasse. „Außerdem gibt es keinen Funkenflug und keiner stinkt wie nach dem Osterfeuer“, sagt Schlutt; damit könnten seine wärmenden Flammentöpfe auch auf Campingplätzen und in der Nähe von Reetdächern verwendet werden. Auch die Mücken wären kein Problem mehr – sie würden vom Flammenspiel „magisch“ angezogen und eliminiert. Der Flammentopf, ein Weißblecheimer mit Duftwachs und Spezialdocht, lasse sich jederzeit wieder löschen und mit dem Spannringdeckel wieder verschließen. Geruchlos. Ein Ausgleichsventil im Topf stellt die Wiederverwendung sicher. Je nach Variante brennt „das überdimensionierte Teelicht mit Lagerfeuerromantik“ bis zu acht Stunden.

Mittlerweile hat der Buxtehuder seine Idee als Gebrauchsmuster beim Deutschen Patent- und Markenamt in München eingetragen und sucht Vertriebspartner für Deutschland und Europa; zurzeit läuft der Verkauf über einen eigenen Online-Shop und Mundpropaganda.

 

02.03.2015

 

Artikel und Foto mit freundlicher Genehmigung „TAGEBLATT-online“

 

März 10, 2016

Leave a reply