„Tageblatt“: Er hat das Lagerfeuer aus der Blechdose erfunden

Flammenspiel ohne Funkenflug – Renee Schlutt aus Buxtehude expandiert – Neue Produktionshalle in Hollern-Twielenfleth
Von Björn Vasel

 

ALTES LAND. Feuerwteilseite_altes_land_horn-003erksraketen produziert Renee Schlutt nicht in seiner neuen Produktionshalle in Hollern-Twielenfleth. Seine Erfindung ist keine Gefahr für Reetdachhäuser, sie bleibt am Boden. Bei ihm kommt der Feuerzauber
aus dem Weißblecheimer. Der Buxtehuder ist der Erfinder des Flammentopfes. Vor vier Jahren hatte das TAGEBLATT erstmals über den Programmierer berichtet, seit Jahren steigt der Absatz. Seine Flammentöpfe sind auf vielen Garten- oder Strand-Partys in
der Region der Renner. Jetzt hat Schlutt den nächsten Schritt gewagt und eine größere Halle angemietet. In seiner neuen Manufaktur im Alten Land will der „Flammendoktor“ die Produktion steigern, um die Nachfrage – unter anderem über seinen eigenen OnlineShop – befriedigen zu können. In seinem Labor arbeitet er an weiteren Produkten: „Ich experimentiere gern, ich habe schon als Kind gern mit Feuer und Kerzenwachs gespielt.“ Mittlerweile hat er nicht nur zwei Flammentöpfe, sondern auch eine XL-OutdoorFackel im Sortiment, die rund 15 Stunden brennt und mit ihrem Zementsockel sicher auf drei Eisen steht oder fest im Boden verankert werden kann. Angefangen hatte alles 2011 mit einer Schnapsidee. Vor einem Surf-Urlaub erfand der Buxtehuder den Feuerzauber aus der Dose. Er kippte flüssiges Wachs aus seiner Bratpfanne in einen Blumenkübel, der Rest eines Schiffstaus wurde zum Docht. Frieren
musste abends niemand. Die Bratpfanne hat als Produktionsmittel längst ausgedient, aus dem Blumenkübel wurde ein Weißbleicheimer. Zusammen mit einem Freund hat Renee Schlutt am neuen Standort einen großen Schmelzofen konstruiert und gebaut. Das Wachs, Produktionsreste aus deutschen Kerzenfabriken, wird mittlerweile tonnenweise in Blöcken angeliefert. Diese werden im Ofen auf 160 Grad Celsius erhitzt – zwei Stunden lang. Dann beginnt die Produktion. Drei Güsse seien pro Flammentopf notwendig, „alles andere ist Betriebsgeheimnis“, sagt Schlutt. 80 bis 100 Flammentöpfe kann der Buxtehuder in acht Stunden in seiner Manufaktur herstellen. Für ihn liegen die Vorteile seiner Idee auf der Hand: Das Duftwachs hat einen angenehmen Geruch, es gibt keinen Funkenflug und keinen Qualm. Damit seien seine wärmenden Flammentöpfe auch für Partys beim Campen oder vor Reetdachhäusern geeignet. Vielerorts, etwa am Elb
strand, seien richtige Lagerfeuer längst verboten. Bei seinem laufe keiner mehr Gefahr, auf heiße Glut zu treten. Der Topf lasse sich jederzeit löschen und mit dem Spannringdeckel fest verschließen. Ein Ausgleichsventil im Topf stellt die Wiederverwendung sicher. Je nach Variante, den Topf gibt es ab 17,90 Euro, brennt der Topf bis zu zehn Stunden. Seine Idee hat der Buxtehuder schützen lassen, er sucht weitere Vertriebspartner für Deutschland und Europa. Doch bevor der „Flammendoktor“ in jedem Baumarkt zu finden ist, „benötige ich noch einen Investor“, so Schlutt.

Montag, 5. Dezember 2016

 

Artikel und Foto mit freundlicher Genehmigung „TAGEBLATT-online“

Januar 7, 2017

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